Limburger Domsingknaben

Von Leid, Gnade und Erlösung – Trauermetten im Dom im Zeichen der österlichen Auferstehung

LIMBURG - Mit meditativen Sprechgesängen, Lesungstexten und Klageliedern begannen die Trauermetten am Gründonnerstag der Karwoche im Hohen Dom zu Limburg. Jeweils um 9 Uhr laden Bischof Dr. Tebartz-van Elst und das Limburger Domkapitel alle Gläubigen auch an Karfreitag und Karsamstag zu dieser morgendlichen Gebetszeit ein. Der Männerchor der Domsingknaben unter der Leitung von Domkantor Klaus Knubben begleitete den Auftakt der Trauermetten musikalisch.

Die Lieder und Texte, die in dem Stundengebet gesungen und vorgetragen werden, umfassen Passagen aus dem Buch der Klagelieder und aus den Klagepsalmen. Sie eröffnen dem Beter das Leiden Jesu und dessen Vorbereitung auf den nahenden Tod. Im letzten Mahl bereitet sich Jesus darauf vor und vollzieht eine letzte, entscheidende Zeichenhandlung: Jesus feiert das letzte Pascha-Mahl im Kreise seiner zwölf Jünger. Während des Mahls nimmt Jesus das Brot, spricht darüber das gewohnte Dankgebet, bricht es auseinander und reicht es den Zwölfen mit den Worten: "Das ist mein Leib." Diese Zeichenhandlung ist, wie Gerhard Lohfink - katholischer Priester und Theologe - sagt: "Todesprophetie".

Die Trauermetten greifen diese Todesprophetie auf. Sie berichten von Todesangst und dem Suchen und Finden von Trost in den letzten Minuten Jesu Lebens. Und sie berichten von der Hoffnung auf Auferstehung und bezeugen den Glauben, Herrlichkeit zu erlangen durch den Urheber ihres Heils, der diese Herrlichkeit durch Leiden vollendete. Ostern steht im Zeichen dieses leidvollen Kreuzes Jesu. Im Gesang der Trauermetten offenbart sich das Wort der Hymnen: "Christus, der Herr, wurde für uns versucht und hat für uns gelitten; kommt, wir beten ihn an!" (sFi)