Limburger Domsingknaben

Die Schönheit von Gottes Antlitz in die Seelen der Menschen singen

LIMBURG/HADAMAR. Mit 300 Eltern und 150 Chormitgliedern haben die Limburger Domsingknaben am Sonntag ihr Sommerfest gefeiert. Vom starken Regen und den kühlen Temperaturen ungestört präsentierten sie in der bis auf den letzten Stehplatz gefüllten Aula des Musischen Internates in Hadamar ein breites Spektrum von Volksliedern: So ließen die kleinsten Sänger der Vor- und B-Chöre das bekannte „Summ, summ, summ Bienchen“ von Hoffmann von Fallersleben erklingen; der etwas ältere A-Chor führte das berühmte „Sah ein Knab ein Röslein stehn“ auf. Eine Gruppe von Knabensolisten sang das bereits im 17. Jahrhundert entstandene „Wie lieblich ist der Maien“ und für instrumentelle Akzente sorgten Kevin Martin und Robert Schäfer am Klavier sowie das Blasorchester der Limburger Domsingknaben unter der Leitung von Kai Tobisch. Selbstverständlich wurde auch das Publikum musikalisch mit einbezogen: Es gelang ein vierstimmiger Kanon und zum Abschluss die Volksweise „Im schönsten Wiesengrunde“.

Auch Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst ließ sich den Konzertbesuch in Hadamar nicht nehmen: „Ich bin stolz, im Dom mit euch zusammen zu arbeiten“, sagte er zu den jungen Sängern. Ausdrücklich dankte er den Eltern und Familien, dass sie die Jungen regelmäßig zu den Auftritten und ihrem Dienst im Limburger Dom fahren. Ihm sei bewusst, dass besonders die Einsätze an Hochfesten den Festrhythmus der Familien durcheinander bringen können. Domdekan Dr. Günther Geis konnte den Chormitgliedern und den Familien eine Nachricht verkünden, die mit Applaus aufgenommen wurde. Klaus Knubben werde den Chor nach seinem offiziellen Ruhestand noch zwei weitere Jahre, bis 2014, leiten. Das Sommerfest war zugleich Anlass, Abschied zu nehmen: Fünf Domsingknaben beenden mit ihrem erfolgreichen Schulabschluss ihre Zeit bei dem anerkannten Limburger Knabenchor. Musikalisch haben sie sich mit dem Psalmkonzert „Wohl dem, der den Herrn fürchtet“ von Georg Philipp Telemann verabschiedet. In einer kurzen Rede würdigten sie augenzwinkernd die gute Versorgung mit Gummibärchen und Emser Pastillen während ihrer Chorzeit, die für die Nerven Nahrung und für die Stimme Balsam waren. „Was ihr anderen zugesungen habt, hat euch selbst geprägt“, sagte Domkantor Klaus Knubben in seiner Ansprache. Mit Blick auf die fünf Absolventen verglich der Direktor der Limburger Domsingknaben den Abschluss der Schulausbildung und der Zeit im Internat mit einer Etappe bei einem Radrennen. Der Radfahrer hätte ein Team von Unterstützern um sich, die ihn motivieren, stärken und auch anschieben können. Jede Etappe müsse „anständig zu Ende gebracht werden“, nur dann könne man loslassen und sei frei für Neues. (pa)