Limburger Domsingknaben

Musikalisches Geschenk

„Frisch auf, es ist jetzt Singens Zeit“: Domsingknaben brillieren beim Weihnachtskonzert

Zu einem herrlichen Festtagskonzert luden die Limburger Domsingknaben, das Orchester „Concerto Con Anima“ sowie vier Gesangssolisten am zweiten Weihnachtsfeiertag in den voll besetzten Dom.

Limburg. 

Zu behaupten, die Domsingknaben hätten sich bei ihren Konzerten in den vergangenen Wochen jedes Mal noch ein bisschen gesteigert, wäre übertrieben – und vielleicht auch gar nicht möglich. Denn dieser Chor brilliert auf konstant hohem Niveau, wovon sich die Zuhörer im Dom am Donnerstagabend erneut überzeugen konnten. Stimmbildner Wilhelm Gries leistet bei diesen Sängern im Alter von vier bis 20 Jahren bewundernswerte Arbeit, die Chorleiter Klaus Knubben zu einem prächtigen, fabelhaft harmonischen und höchst disziplinierten Klangkörper zusammenfügt.

Zu einem herrlichen Festtagskonzert luden die Limburger Domsingknaben, das Orchester „Concerto Con Anima“ sowie vier Gesangssolisten am zweiten Weihnachtsfeiertag in den voll besetzten Dom.

Eine angenehme Anreicherung erfuhr dieses anspruchsvoll zusammengestellte Konzert durch das Orchester „Concerto Con Anima“ mit äußerst prägnant spielenden Streichern. Etwa bei der Johann-Sebastian-Bach-Komposition „Wie leuchtet schön der Morgenstern“, bei der dem vollen und vielstimmigen Eingangschor die zart funkelnden Violinen entgegengestellt waren.

Diesem herrlich kräftigen Gesang folgten die leider ein wenig zu verhalten vorgetragene Rezitative und Arien von Tenor (Markus Schäfer) und Sopran (Sabine Götz). Der für den Bass York Felix Speer eingesprungene Bariton (Henryk Böhm) nahm dagegen mit seiner weichen, eindringlichen Stimme jenes feierliche Timbre wieder auf, das die Domsingknaben in ihren Strophen angelegt hatten.

Himmlische Musik

Großartig präsentierten Sänger, Solisten und Orchester das um 1770 von Johann Christoph Friedrich Bach geschaffene „Die Kindheit Jesu“. Die Soli wurden mit „Himmlischer Musik“ des Orchesters sanft miteinander verwoben und zu einem strahlenden „Ehre sei Gott in der Höhe, Friede danieden, und den Menschen Heil“ des Chors geführt. Ein wundervolles Klangerlebnis bot hier Alison Browner (Alt) mit dem entzückend gesungenen Wiegenlied „Schlummre sanft in deiner Krippe, holder Knabe“ sowie dem Rezitativ „Ein Engel kam – ich zitterte“, dem der Chor ein „Hirtenlied“ entgegensetzte.

Bemerkenswert an diesem musikalischen Großereignis war indes nicht allein die Strahlkraft von Orchester und Singstimmen. Zu bestaunen war vielmehr auch das geradezu minimalistische Dirigat, mit dem Klaus Knubben agierte. An kleinste, kaum sichtbare Einsätze scheinen diese Instrumentalisten und Chorsänger gewöhnt zu sein, wie deren Glanzstück des Konzerts „Das neugeborene Kindelein“ von Dietrich Buxtehude zeigte. Ein Fingerzeig des musikalischen Leiters, eine Andeutung von Rhythmus und Tempo reichen, damit sich dieser Gesamtklangkörper zu voller Blüte entfaltet.

Mit sehr angenehm dosierter Dynamik wurden hier die innige Freude und die gewaltigen Ängste besungen. „Was trauern wir dann immerdar? Frisch auf, es ist jetzt Singens Zeit“, lauten die Schlusszeilen des Chores. Ein großzügigeres musikalisches Weihnachtsgeschenk als mit diesem Konzert hätten die Domsingknaben ihren Zuhörern kaum bereiten können.